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Der politische Wieland - Handlungs- und Deutungsspielräume eines Aufklärers

25. bis 27. September 2013, Goethe- und Schiller-Archiv Weimar

 

Christoph Martin Wieland (1733–1813) war lebenslang ein politischer Gestalter von Berufs wegen: Als Erzieher von Eliten, Inhaber von Positionen in Stadtverwaltung und Universität waren seine Tätigkeitsfelder typisch für einen neuzeitlichen Gelehrten. Die Erfahrungen auf diesen Gebieten finden immer wieder Eingang sowohl in sein dichterisches als auch in sein publizistisches Werk. So ist Wieland allein schon aufgrund seiner anhaltenden Reflexion von Theorie und Praxis des Politischen eine exemplarische Gestalt des Übergangs von der humanistischen Funktionselite zum modernen politischen Intellektuellen – in einer Epoche zumal, die durch radikale und tiefgreifende politische Veränderungen geprägt war: Er war Zeitgenosse und genauer Beobachter der drei Schlesischen Kriege, des Nordamerikanischen Unabhängigkeitskrieges sowie der Französischen Revolution mit ihrer Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte, der Abschaffung des Königtums und der Errichtung der Republik sowie der drei Koalitionskriege, die schließlich 1806 mit dem Zusammenbruch des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und der Neuordnung Europas endeten.

Anlässlich des 200. Todesjahres von Christoph Martin Wieland veranstaltet das Wieland-Forschungszentrum e.V. gemeinsam mit der Klassik Stiftung Weimar eine interdisziplinäre Tagung, bei der Vertreterinnen und Vertreter aus Literatur- und Geschichtswissenschaft, Soziologie und Musikwissenschaft diese vielfältigen politischen Erfahrungen und praktischen Tätigkeiten Wielands sowie deren theoretische Reflexion in seinen Schriften untersuchen und diskutieren. Der ›politische Wieland‹ wird damit erstmals in seiner Bedeutung nicht nur für das 18. Jahrhundert, sondern auch für Fragen des politischen Selbstverständnisses der Gegenwart gewürdigt.

 

Tagungsleitung

Dr. phil. habil. Jutta Heinz

Wieland-Forschungszentrum Oßmannstedt

 


 

 

Tagungsprogramm

 

Mittwoch, 25.9.

 

14.00-15.00

Hans-Peter Nowitzki/Thorsten Valk: Begrüßung und Einleitung

Jutta Heinz: Was ist Politik? Begriffs- und ideengeschichtliche Anmerkungen

 

15.00-16.00

Florian Gelzer (Basel): Wieland in der Schweiz: Erziehung zur Politik

 

16.30-17.30

Johan Lange (Heidelberg): „Republikaner, aber kein Demokrat. Christoph Martin Wielands Idealstaat in „Die Geschichte des Agathon“ (1767/77)“

 

19.30

Abendvortrag:

Jan-Philipp Reemtsma: Wieland als Soziologe

 

 

Donnerstag, 26.9.

 

9.00-11.00

Sascha Weber (Mainz): „Wir waren Professoren ausser der Universität“. Wieland als kurmainzischer Regierungsrat und Professor primarius philosophiae in Erfurt 1769-1772

Gideon Stiening (München): Freiheit und Herrschaft. Wielands Auseinandersetzung mit Rousseaus politischer Theorie

 

11.30-12.30

Sören Schmidtke (Jena): Prinzenerziehung in Weimar. Goertz, Seidler, Knebel und Wieland

Gerhard Müller (Jena): Wieland als Berater von Herzog Carl August

 

14.30-16.30

Wolfgang Burgdorf (München): Wielands Sicht auf das Heilige Römische Reich Deutscher Nation

Frank Zöllner (Jena): Zur Debatte um ‚Über das göttliche Recht der Obrigkeit‘

 

17.00-19.00

Dr. Maria Stolarzewicz (Weimar): Anmerkungen zu politischen Implikationen von Wielands Opernkonzepten

 

Freitag, 27.9.

 

9.00-11.00

Sibylle Röth (Konstanz): Guter Fürst - aufgeklärte Elite - rohe Volksmasse. Vernünftigkeit als Ungleichheitskriterium oder Ungleichheit als Vernunftpostulat im politischen Denken Wielands

Marco Bunge-Wiechers (Münster): Unter Obskurantismus-verdacht. Religion als politisches Instrument der Volksaufklärung bei C. M. Wieland.

 

Ab 11.00 Uhr

Exkursion zum Wielandgut Oßmannstedt

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